Governance and Social Action in Sudan

Seite 1 von 41234>
Seite von 4
Economic Policies in the Republic of South Sudan (Press Release by the University of Bremen)

Pressemitteilung der Universität Bremen

Nr. 139 / 11. Mai 2011 SC

Süd-Sudan nach dem Bürgerkrieg: Wirtschaft wohin?

Wirtschaftsprogramme für den Süd-Sudan

Sudanforschungsgruppe der Universität Bremen veröffentlicht Studien zur Wirtschaftsreform nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg

Die Sudanforschungsgruppe der Universität Bremen von Professor Karl Wohlmuth hat jetzt neue Studien vorgelegt, wie der Wiederaufbau der Wirtschaft des Süd-Sudan nach 21 Jahren Bürgerkrieg ermöglicht werden kann. Zwei neue Veröffentlichungen analysieren die Situationen und geben konkrete Handlungsanweisungen für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik im Sudan/Süd-Sudan.

In wenigen Wochen – am 9. Juli 2011 - wird der Süd-Sudan als 54. afrikanischer Staat seine Unabhängigkeit erlangen. Die Republik Süd-Sudan steht vor gewaltigen politischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Abtrennung des Südens von der Republik Sudan sind noch ungeklärt (Fragen der Grenzziehung zwischen dem Norden und dem Süden, Fragen zur Staatsbürgerschaft, zur Verteilung der Öl-Einnahmen zwischen den beiden Staaten, zur Aufteilung der Auslandsschulden und Fragen zur Sicherheit). Insbesondere ist auch das Schicksal von hunderttausenden Binnenflüchtlingen aus der Bürgerkriegszeit zu klären, die im Norden des Sudan leben. Konflikte im Süden um Land und Wasser, auch zwischen Ethnien, destabilisieren den neuen Staat noch vor der demnächst erfolgenden Unabhängigkeitserklärung. 

Von ganz entscheidender Bedeutung für den Staatsaufbau wird die schnelle Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im Süd-Sudan sein. Konzepte für ein neues Wachstums- und Entwicklungsmodell, die zu mehr Investitionen und zur Reform von zentralen ökonomischen Institutionen führen, sind daher gefragt. Insbesondere geht es darum, die reichlich vorhandenen Ölvorkommen und die natürlichen Ressourcen besser zu nutzen. Die großen Ölvorkommen des Sudan werden gegenwärtig zu 80 Prozent im Süden gefördert, doch der Transport erfolgt über den Norden nach Port Sudan. Auch die Potentiale für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Viehwirtschaft und die Fischwirtschaft sind sehr groß, doch werden diese bisher kaum genutzt.

Die Sudanforschungsgruppe um Professor Karl Wohlmuth hat kürzlich zwei Publikationen fertig gestellt, die auch für die Wirtschaftspolitik im Süd-Sudan wichtig sind. Dr. Berhanu Denu aus Addis Abeba ist der Autor einer umfassenden Studie zur Institutionenreform und zur Investitionsförderung im Sudan. Diese Studie ist jetzt als Band 18 in der Schriftenreihe des Instituts für Weltwirtschaft und Internationales Management (IWIM) im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen erschienen. Die Studie wurde im Rahmen eines großen Drittmittelprojekts von der VolkswagenStiftung gefördert. In einer zweiten Studie geht Berhanu Denu. auf eine Agenda von dringend notwendigen Institutionen- und Wirtschaftsreformen für den Sudan/Süd-Sudan ein. Der Autor hat mehrere Feldforschungsaufenthalte im Süd-Sudan genutzt, um konkrete Vorschläge für die Verbesserung des Umfeldes für Investitionen zu erarbeiten. Investitionshemmnisse insbesondere institutioneller Art werden sehr detailliert untersucht. Diese Studien werden jetzt den relevanten Entscheidungsträgern im Süd-Sudan (Wirtschaftsexperten, Politiker, Ministerien, Universitäten, Entwicklungshilfeinstitutionen, regionale und internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und ökonomische Forschungsinstitute) zur Verfügung gestellt. 

In einem weiteren Forschungsvorhaben untersucht Professor Karl Wohlmuth mit Ökonomen aus seinem Netzwerk von Experten im Sudan die Orientierung der neuen Wirtschaftspolitik, die nach der Unabhängigkeitserklärung des Süd-Sudan in den beiden Staaten des Sudan verfolgt werden kann und implementiert werden soll. Dabei geht es insbesondere um Modelle der ökonomischen Kooperation zwischen den beiden Staaten, die zur Vermeidung von politischen Konflikten zwischen den beiden Staaten und innerhalb der beiden Staaten beitragen können.

Weitere Informationen:

Universität Bremen

Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Professor Dr. Karl Wohlmuth 

E-Mail:  wohlmuth@uni-bremen.de

Telefon: 0421 218-66517

Homepage: www.iwim.uni-bremen.de

 

Beleg und Bezug der Publikationen:

Denu G. Berhanu, Institutions and Investment in Sudan. Socio-Economic and Institutional Foundations of Reconstruction and Development, Bd. 18, Schriftenreihe des Instituts für Weltwirtschaft und Internationales Management, Lit-Verlag Berlin, 496 Seiten, 2011

Sudan Economy Research Group (SERG) Discussion Papers, No. 39:
An Agenda for Institutional Reforms in Sudan/South Sudan, By Berhanu Denu-G., Sudan Economy Research Group (SERG), University of Bremen and Faculty of Economics, Addis Ababa University, Addis Ababa/ Ethiopia/Bremen, Germany, April 2011, 57 pages

 

Universität Bremen

Pressestelle

Tel. 0421- 218 - 60150

Fax  0421-218 - 60152

E-Mail presse@uni-bremen.de

 

 

Nach oben

Governance and Social Action in Sudan after the Peace Agreement of January 9, 2005

 (1) Projekt: Governance and Social Action in Sudan after the Peace Agreement of January 9, 2005 
(2) Bearbeiter: Prof. Dr. Karl Wohlmuth, Prof. Dr. Atta El-Battahani (beide Projektleiter), Dr. Elke Grawert (Projektkoordinatorin) 
(3) Inhalt und Methodik des Forschungsvorhabens: Der Aufbau von Strukturen politischer Steuerung wird zunehmend als Möglichkeit zu konstruktiver Einwirkung auf innergesellschaftliche Konflikte und gegen Staatszerfall eingeschätzt. Der Sudan ist ein Beispiel dafür. Dort haben sich die Regierung und die sudanesische Befreiungsbewegung bzw. -armee auf die Einsetzung einer Interimsregierung für den Südsudan und Übergangsregierungen in den südsudanesischen Bundesstaaten geeinigt. Die Teilung des nationalen Vermögens und der Herrschaft bilden die Grundlage des Abkommens. Dies schließt die Machtübergabe an lokale Regierungen, den Aufbau von Infrastruktur und die Versorgung mit sozialen Leistungen in den ehemaligen Konfliktgebieten ein, wobei Staatseinnahmen öffentlicher Kontrolle unterliegen sollen. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll aus einer Akteursperspektive die Dynamik im Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Herstellung von Herrschaftslegitimität in vier südsudanesischen Bundesstaaten mit komplexen Konfliktmustern analysiert werden. Junge Wissenschaftler/innen aus sudanesischen Universitäten erhalten dabei Gelegenheit, unter internationaler Betreuung akademische Qualifikationen zu erlangen. 
(4) Förderung: Volkswagenstiftung (bis 2010)
(5) Eingliederung in einen Forschungsverband: Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management, Kooperation mit der Research Group on African Development Perspectives, der Universität Khartoum, Sudan, der Ahfad University of Women, Sudan und dem Institute of Social Studies, Niederlande.

 

Nach oben

International Sudan Studies Conference in Bonn, July 2012:
Identity, Economy, Power Relations and External Interests: Old and New Challenges for Sudan and South Sudan

Venue: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Reginal Pacis-Weg 3, HS 1,7,8,9, Bonn, Germany

Date: 23-25 July 2012

Submission of Abstracts for Papers and Proposals for Panels: The International Sudan Studies Conference will take place this year in Bonn, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 23-25 July 2012, organized by Dr. Elke Grawert, a former IWIM staff and now working as a senior researcher at BICC in Bonn. The Call for Papers (Link to Call for Papers) invites submissions in line with the general theme of the conference, but also other submissions of interest to researchers on Sudan and South Sudan are welcomed. The three-annual International Sudan Studies Conference of the Sudan Studies Association (SSA) USA and the Sudan Studies Society (SSS) UK will be held at the University of Bonn in Germany. Abstracts of proposed papers, panels and roundtables (please limit to 150-200 words) may be sent to: Dr. Abdullahi A. Gallab, African and African-American Studies, Religious Studies, Arizona State University, Email: abdullahi.gallab@asu.edu. A copy may be sent to Dr. Douglas H. Johnson, Email: douglas@wendoug.free-online.co.uk and to Dr. Elke Grawert, Email: grawert@bicc.de until 31st of March 2012.

Programme: The conference will open with an emphasis on identity, especially issues of gender, citizenship, integration, history, memory and the geographical challenges of the separation. Its second day will be devoted to economic issues, particularly economic development prospects, urbanization and social transformation in Sudanand South Sudan and issues regarding oil, water and other resources. The conference's final day will examine both internal and external power relationships including Sudan-South Sudan relations, old and new conflicts, party formation and strategic and security issues.

 

Nach oben

The Programme of the 9th International Sudan and South Sudan Studies Conference in Bonn , July 2012:

The preliminary programme of the World Congress on Sudan Studies was just released (see details unter http://www.iwim.uni-bremen.de/files/dateien/1656_international_sudan_studies_conference_6_provisional_agenda_6_2012.pdf). The programme is composed of plenary sessions and parallel panel sessions. Various important issues of the two Sudan will be discussed with an interdisciplinary focus, and especially so the current political and economic developments in the two states of Sudan will be given attention by a great number of international scholars. 

Some of the major issues discussed are: Economic Development of the Border States in Sudan and South Sudan; Border Politics; Old and New National Identities in the two Sudan; Language and Society; New Citizenship; Constitutions; Youth in the two Sudan; Peace and Peace-Building; Security Challenges; Land Issues; South Sudan in the Wider Region; Aid and Development; Economic Issues and Natural Resources; and Water Issues.

The conference is organised by leading researchers on the two Sudan from three research institutions/scientific societies: Dr. Elke Grawert, Bonn International Center for Conversion/BICC, Bonn for the German side, Douglas H. Johnson, Oxford University, for the Sudan Studies Society UK/ SSSUK, and Dr. Abdullahi A. Gallab, Arizona State University, for the Sudan Studies Association USA/SSA USA. 

The programme - as it is regularly updated - will be accessible at: http://www.bicc.de/events/2012-2/international-sudan-and-south-sudan-studies-conference.html

A great number of participants from Sudan and South Sudan is also expected to come to Bonn. Because of the dramatic current problems and tensions between Sudan and the newly independent state of South Sudan a great interest of the international press is also expected.

 

Nach oben

A Strategic Framework for Economic Cooperation between Sudan and South Sudan:

Professor Karl Wohlmuth presented a Strategic Framework for Economic Cooperation between Sudan and South Sudan in a Plenary Session at the International Sudan/South Sudan Studies Conference in Bonn (see the programme).  First, he analyzed the growth model of Sudan since Independence and presented the constraints and weaknesses. Second, he emphasized the need to look at the various forms and the levels of interdependence which are persisting between the two states. Beside of the interdependence with regard of the oil sector there are so many other forms, such as the interdependence of the border-states, policy interdependence and the interdependence in environment, climate change adaptation and land policies. Also the persisting causes of conflicts in the two Sudans were discussed, especially the horizontal inequalities between "identity groups" in states, regions, and counties; but also such causes of conflict as vertical inequalities, "creed" and "greed", weak state institutions, lack of commitment and trust, and the duration of conflicts were analyzed and related to the two Sudans. The high degree of interdependence between the two Sudans and the high levels of horizontal inequality with cross-border effects request forms of economic cooperation between the two states. As well, the three basic concepts "strategy", "framework" and "cooperation" were presented with regard of the current issues. Third, the feasibility of and the preconditions for the Strategic Framework were discussed, by looking first at the four major negotiation complexes ("border, oil and hydropower"; "citizenship, refugees, and human rights", "debt, assets and finance";  and "security, demilitarization and stability") and then at the feasibility conditions for such a Framework (when regarding key determinants such as interdependence, external instability, opportunities and options). The merits of such a fully negotiated programme are compared with the "Roadmap" of the African Union Peace and Security Council (AUPSC).  Fourth, five core cooperation programmes and five supplementary cooperation programmes were presented; while the core programmes aim at modifying the growth model of the two Sudans, the supplementary programmes support this turn towards a sustainable growth model. Cooperation potentials are outlined for all the ten programmes; there are huge opportunities which can be realized in the long-term. These programmes are based on bottom-up growth strategies and are needed prior to and in addition to the conventional top-down growth strategies; growth diagnostics at state levels is used to pursue the new approach. Fifth, the first steps towards initiating such a programme were also presented.

In a working group chaired by Professor Wohlmuth on the "Economic Development of the Border-States in Sudan and South Sudan" the centrality of these ten states as a powerhouse and as a growth pole on the one side and as a region affected by conflicts and war(s) on the other side was discussed. Proposals for peace, reconstruction and development were presented by the panel speakers. Two experts from the Sudan and two experts from South Sudan were invited and presented their analyses. The growth diagnostics approach was applied to two states in the border-region (Blue Nile State in Sudan and Western Bahr el Ghazal State in South Sudan). Cross-border cooperation of indigenous population groups was outlined with regard of South Kordofan and North Bahr el Ghazal. The history of oil politics was discussed with regard of the political decisions for the location of refineries and oil installations.

The presentation A Strategic Framework for Economic Cooperation between Sudan and South Sudan by Professor Wohlmuth at the International Sudan/South Sudan Conference in Bonn is available as a PDF (Presentation).

 

Nach oben

Pressemitteilung der Universität Bremen zur Kooperation von Sudan und Südsudan

Von: Pressestelle Universität Bremen [mailto:presse@uni-bremen.de]
Gesendet: Donnerstag, 2. August 2012 10:15
An: 'Pressestelle Universität Bremen'
Betreff: Bremer Ökonom: Sudan und Südsudan müssen kooperieren

Pressemitteilung der Universität Bremen

Nr. 271 / 2. August 2012 SC 

Bremer Wirtschaftswissenschaftler: Sudan und Südsudan müssen ökonomisch und politisch kooperieren

Der Bremer Sudanexperte Professor Karl Wohlmuth hat bei der Sudan-/Südsudan-Konferenz Ende Juli 2012 in Bonn ein umfassendes Programm für die ökonomische Kooperation der beiden Staaten vorgelegt

Bei der Sudan-/Südsudankonferenz in Bonn vom 23. - 25. Juli 2012 hat der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Professor Karl Wohlmuth im Plenum den Hauptvortrag Wirtschaft gehalten und ein "Strategisches Rahmenprogramm" für die ökonomische Kooperation der beiden Staaten Sudan und Südsudan vorgelegt. Der Hintergrund ist die Zunahme der Konflikte zwischen den beiden Staaten seit der Unabhängigkeit des Südsudan, insbesondere aber seit der Stilllegung der Ölproduktion im Südsudan Anfang des Jahres 2012 durch die Regierung in Juba, Südsudan. Für beide Länder sind die Öleinnahmen von herausragender Bedeutung für die Devisenbilanz und für das staatliche Budget. Die Auseinandersetzung um die Verteilung der Öl-Einnahmen nach der Unabhängigkeit des Süd-Sudan kommt zu vielen anderen Konflikten hinzu, die insbesondere die Grenzregionen zwischen den beiden Staaten betreffen.

Wesentliche ökonomische und politische Fragen nach der Teilung des Landes sind bis heute (2. August 2012) ungelöst geblieben – auch wenn der 2. August der Stichtag ist, bis zu dem die Probleme zwischen beiden Staaten unter Einschaltung eines Vermittlers von der Afrikanischen Union (AU) einvernehmlich gelöst werden sollten. Voraussichtlich wird es nun zu einer "endgültigen und bindenden" Entscheidung des UN-Sicherheitsrates auf der Basis einer Empfehlung des Friedens- und Sicherheitsrates der Afrikanischen Union hinsichtlich wichtiger Streitfragen kommen.

Die wechselseitige Abhängigkeit macht eine Zusammenarbeit beider Länder unabdingbar

Professor Karl Wohlmuth hat in seinem "Strategischen Rahmenprogramm" zunächst die wesentlichen Konfliktursachen analysiert. Er hat herausgearbeitet, dass die ökonomische und politische Interdependenz zwischen den beiden Staaten in vielen Bereichen (Ölproduktion und Verwendung der Öleinnahmen, Entwicklung der Bundesstaaten an der Grenze zwischen den beiden Staaten, Ressourcennutzung, Entwicklung von Landwirtschaft und Viehzucht, Umweltpolitik und Anpassung an den Klimawandel, Wirtschaftspolitik, etc.) überaus groß ist, so dass eine Kooperation zwingend notwendig ist, um Wachstum und Wohlfahrt in beiden Staaten zu sichern. Da viele Konflikte zwischen den beiden Ländern mit den großen Entwicklungsunterschieden zwischen den Bundesstaaten im Norden und im Süden und an der Grenze zusammenhängen, können neue kooperative Wirtschafts- und Wachstumsstrategien dazu beitragen, diese "horizontalen Ungleichheiten" zu mindern. Konflikte hängen aber auch stark mit dem Ressourcenreichtum in den je fünf Bundesstaaten im Norden und im Süden entlang der etwa 2000 km langen internationalen Grenze zwischen Sudan und Südsudan zusammen.

Für direkte Verhandlungen

Das Strategische Rahmenprogramm von Karl Wohlmuth macht zunächst konkrete Vorschläge für die vier über Krieg und Frieden entscheidenden Konfliktbereiche:

1. "Grenzen, Öl und Wasserkraft", da eine Einigung über die Nutzung der Ressourcen und die Bestimmung des Grenzverlaufes untrennbar miteinander verbunden sind;

2. "Staatsangehörigkeit, Flüchtlinge und Menschenrechte", da die Lösung dieser Fragen nicht nur aus humanitären Gründen, sondern auch für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung wichtig ist; 

3. "Aufteilung von Vermögen und Schulden und Abstimmung der Finanzsysteme", da bisher keine Einigung über die Aufteilung von Auslandsschulden und über interne gegenseitigen Verpflichtungen der beiden Staaten erzielt wurde und auch die unterschiedlichen Finanzsysteme der beiden Länder (auf islamischer bzw. konventioneller Grundlage) für eine Kooperation überbrückt werden müssen; 

4. "Sicherheit, Entmilitarisierung und Stabilität", da beide Länder über aufgeblähte Militär- und Sicherheitsapparate verfügen, die kaum finanziellen Spielraum für Entwicklungsinitiativen lassen, und zudem immer wieder für neue Konflikte instrumentalisiert werden. 

Diese vier Konfliktbereiche können nach Ansicht des Bremer Wissenschaftlers in ihrer Breite und Komplexität nur im Rahmen von direkten Verhandlungen zwischen den beiden Staaten gelöst werden. Die "endgültigen und bindenden" Entscheidungen entlang der "Roadmap" der Afrikanischen Union (AU) und des UN-Sicherheitsrates würden wichtige Fragen ausklammern, die für eine ökonomische und politische Kooperation der beiden Staaten wichtig sind. Zudem könnten sich neue Konflikte ergeben.

In einem weiteren Schritt werden im Programm von Professor Wohlmuth fünf Strategische Programmkomponenten vorgestellt, deren Umsetzung für beide Staaten gleichermaßen vorteilhaft wäre.

1. Ein Programm zur gemeinsamen Entwicklung der zehn Bundesstaaten an der internationalen Grenze zwischen Sudan und Südsudan, da in diesen Regionen großer Ressourcenreichtum und gravierende Entwicklungsunterschiede immer wieder zu Konflikten führen;

2. ein Programm für die Kooperation bei der Agro-Industrialisierung und Landwirtschaftsentwicklung, um die Abhängigkeit vom Öl mittel- bis langfristig zu reduzieren;

3. ein Programm zur Kooperation bei der mittel- und langfristigen Umsteuerung der staatlichen Finanzpolitik in den beiden Ländern, um die staatlichen Ölleinnahmen so zu bewirtschaften, dass auch nach dem Ende der Ölproduktion ausreichend Mittel aus den Öleinnahmen für Entwicklungsvorhaben verfügbar sind; 

4. ein Programm für die Kooperation in Bereichen von Wissenschaft, Technik und Innovation, um an jene Erfolge anzuknüpfen, die Ruanda mit einer Entwicklungspolitik auf der Basis von Wissenschaft, Technik und Innovation bereits erreicht hat; 

5. ein Programm für die Kooperation in den Bereichen Umwelt, Anpassung an den Klimawandel und Landnutzungspolitik, da sich durch eine nicht-nachhaltige Bodennutzung und auch durch den langen Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd bzw. die Konflikte in Darfur die Umweltsituation in den beiden Staaten drastisch verschlechtert hat.

Die Konferenz in Bonn wurde von mehreren hundert Teilnehmern aus aller Welt besucht (Sudanexperten, Vertreter der beiden sudanesischen Staaten, Experten von internationalen Organisationen, Vertreter von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit und von Nichtregierungsorganisationen, etc.). Organisiert wurde die Konferenz von der Bonner Internationalen Friedens- und Entwicklungsforschungsinstitution BICC in Kooperation mit internationalen Sudan-Gesellschaften. Dr. Elke Grawert, Forschungskoordinatorin am BICC und ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management (IWIM) der Universität Bremen, hat die Konferenz geleitet. Die internationale Sudan-/Südsudan-Konferenz findet alle drei Jahre statt. In diesem Jahr wurden erstmals auch die Probleme der beiden Staaten Sudan und Südsudan seit der Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Juli 2011 diskutiert.

Die Studie von Karl Wohlmuth "Ein Strategisches Rahmenprogramm für die ökonomische Kooperation von Sudan und Südsudan" kann über die E-Mail: wohlmuth@uni-bremen.de angefordert werden.

Weitere Informationen:

 

Universität Bremen

Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Prof. Dr. Karl Wohlmuth

Arbeitsbereich Sudan- und Südsudanforschung 

E-Mail: wohlmuth@uni-bremen.de

Tel. 0421 218-66517

Aktuelle Informationen:

http://www.iwim.uni-bremen.de/forschung/forsch-sudan.htm

 

Universität Bremen 
Pressestelle 
Tel. 0421- 218 - 60150 
Fax  0421-218 - 60152 
E-Mail  presse@uni-bremen.de
http://www.facebook.com/universitaetbremen 

https://twitter.com/#!/UniBremen

 

 

Nach oben

Is the Agreement between Sudan and South Sudan from August 3, 2012 on Oil a breakthrough in the negotiations?:

There are severe doubts that the agreement which was negotiated by the mediator of the African Union (AU) will last for long. The agreement may only bring the resumption of oil production but not sustainable solutions to other open issues between the two countries. Professor Karl Wohlmuth has written a Report on the negotiation issues and on future development cooperation and has proposed a Strategic Framework for Economic Cooperation between Sudan and South Sudan. According to his study four complex negotiation complexes have to be solved in a "package agreement" and five areas of economic cooperation matter for future development in the two countries (Links to Paper and to Presentation).

 

Nach oben

Peace and Development in Sudan and South Sudan: Nine Agreements and the Prospects of Long-Term Economic and Political Cooperation

Various agreements were signed in Addis Ababa on September 27, 2012 concerning unsolved CPA/Comprehensive Peace Agreement Issues and Post-Secession Issues. Nine documents with Agreements emerged from the Sudan and South Sudan Addis Ababa Summit. Two further documents are of great relevance as they are on the unsolved Abyei Issue, one from the African Union (an AU Proposal on the status of Abyei submitted to the two parties in the conflict on 24 September 2012) and the other to the African Union (the Rejection Letter by President Bashir on 26 September 2012 to the AU). These documents are available as full texts (http://www.sudantribune.com/spip.php?rubrique13). Also other relevant documents can be looked at and downloaded at this website.

Implementation of these nine agreements can be better watched when the texts are looked at in full details and in the context of prior documents and the AU/UNSC Resolutions. 

The Cooperation Agreement is particularly weak and vague and does not cover the main issues for a sustainable long-term economic and political cooperation of the two countries (see on these issues the Strategic Framework for Economic Cooperation between Sudan and South Sudan with five core cooperation programmes and five supplementary cooperation programmes as outlined by Professor Karl Wohlmuth (http://www.iwim.uni-bremen.de/files/dateien/1411_short_wohlmuth_bonn_6_2012.pdf). 

 

Nach oben

Sound economies, sustainable economic policies and strategic economic cooperation between Sudan and South Sudan:

This was the title of the plenary lecture given by Professor Karl Wohlmuth at the Sudan/South Sudan conference in Hermannsburg which took place from October 31-November 2, 2012 (Link Final Conference Programme). Professor Wohlmuth presented in his lecture five criteria for sound economies and sustainable economic policies in Sudan and South Sudan: 

First, macroeconomic stability has to be provided. Because of the stop of oil production in January 2012 by the government of South Sudan the macroeconomic instability problems were even aggravated in both countries and they are still severe. 

Second, a medium term public finance framework is needed for both countries, especially so because of the volatility of oil revenues and the low importance of non-oil exports. Such medium-term public finance frameworks are not in place, and there is no Permanent Fund/Permanent Income approach at work to smooth the expenditures from the oil revenues towards stabilization and long-term development objectives. 

Third, a redirection of exports towards non-oil products is needed in both countries. However, the time since January 9, 2005 (Comprehensive Peace Agreement) was not used in the two countries for generating non-oil exports. Despite of the huge agricultural resources and the agro-industrial opportunities, both countries are large-scale food importers. 

Fourth, effective social safety nets are needed to protect the poor and the poorest, but also the middle class which became impoverished in recent years, as the available rudimentary social safety systems have rather deteriorated. Public interventions in health and education sectors as well as towards the functioning of the labour market were highly inefficient and ineffective, and macroeconomic policies were not pro-poor.

Fifth, effective reductions of horizontal and vertical inequalities are requested but the reality in both states is that the regional imbalances and the income inequalities have rather increased. This has repercussions on political stability in both countries and on the perspectives of cooperation in the border-belt.

 

Professor Karl Wohlmuth at the opening of the Plenary Session on Economic Issues in Sudan and South Sudan

 

Professor Wohlmuth also commented on the Nine Agreements between the two countries from September 27, 2012 at Addis Ababa and on the future tasks to promote a strategic economic cooperation between Sudan and South Sudan. Five core programmes for a strategic economic cooperation were presented (see PDF Sudan-South Sudan-Conference Presentation). Other contributions to the Conference were made by the Chairman of the Anti-Corruption Commission in Juba, South Sudan on the fight against corruption in South Sudan, by the General Secretary of SPLM/N on the situation in Darfur, South Kordofan, Blue Nile, and Khartoum by highlighting the perspectives for peaceful solutions. The former head of UNMIS in Juba spoke on national and regional challenges for the two states and the role of outsiders. The current situation of Abyei area was considered by a Member of the South Sudan Parliament representing Abyei in Juba.

 

Professor Karl Wohlmuth, University of Bremen, Justice John Gatwech Lul, Chairman of the Anti-Corruption Commission, Juba, South Sudan, and Marina Peter, Sudan Focal Point Europe and Conference Chair in a Plenary Discussion on Corruption in Sudan and South Sudan

 

The conference was attended by around 120 participants, among others by representatives of the civil society of Sudan and South Sudan, by regional and international church organizations and NGOs, by government organizations and ambassadors of Sudan and South Sudan, by media people and researchers on Sudan, by members of the German parliament, by the donor community, and by representatives from the SPLM/N speaking for ethnic and disadvantaged groups in South Kordofan and Blue Nile States. The Conference Communique (see Communique Hermannsburg Conference) presents a call for peace, reconciliation and good neighbourliness. The communique emphasizes also: "To avoid new conflicts and ensure sustainable peace, natural resource management and equitable sharing of resources should be a top priority at all levels in society – starting from the bottom-up. Oil is a key element, but a sound economy needs to be built on diversified sources of income. A strategic approach for economic relations between Sudan and South Sudan, with a special focus on the border areas, could help to safeguard peace and good neigbourliness. However, a prerequisite is to immediately address the needs of the people, and the end of armed conflicts." 

This Sudan/South Sudan Conference was the 25th in Hermannsburg which was directed by Marina Peter and Hermann Hartmann (see the leaflet informing about these 25 conferences: Leaflet Hermannsburg Conferences).

 

Nach oben

Researches on Governance and Reconstruction of Governance in Sudan and South Sudan in the years 2005-2012: Final Report to the Volkswagen Foundation

Soon after the conclusion of the Comprehensive Peace Agreement for Sudan (CPA) on January 9, 2005 the Research Project "Governance and Social Action in Sudan" started at IWIM, University of Bremen. It was directed by Professor Karl Wohlmuth and Dr. Elke Grawert. It was the purpose of the Project to follow up the process of transition after the CPA towards reconstruction of governance at various levels of decision-making, and thereby to analyze the conditions for development and a sustainable peace. A network of researchers from universities in Sudan, South Sudan, Kenya, Ethiopia and staff from IWIM, University of Bremen were involved. The Project was the first one approved in the context of  the Volkswagen Foundation's new Sub-Saharan Africa Research Initiative, and it got generous support during two project phases (Links: http://www.iwim.uni-bremen.de/africa/Sudanforschung.htm and http://www.iwim.uni-bremen.de/africa/Sudan.Drittmittel/Governance.htm). The Project had also a training component as PhD students and Master students were trained. By research workshops in Bremen and in all the other Project Countries the students were trained to do field research in and near the conflict areas (such as refugee camps, conflict areas, border areas, etc.). 

Many publications were released by the project professors and by the project students. Considerable human capital was built and a future-oriented network of research partnerships has emerged. The trained young professionals are now starting their own research projects and use intensively the network that was established during these seven years of cooperative researches.

Now the Final Report to the Volkswagen Foundation was released by the Project Coordinator Dr. Elke Grawert. She is now Research Coordinator at the Bonn International Center for Conversion/BICC in Bonn. The Report will be released to the Public quite soon. Economics Professor Karl Wohlmuth from IWIM continues his researches on Sudan/South Sudan with a New Project on "Economic Cooperation between Sudan and South Sudan". There was a rather smooth process towards a Referendum on Independence of South Sudan on January 9, 2011 and towards the official Declaration of Independence of South Sudan on July 9, 2011. However, since these days the relations between the two states have deteriorated to the extent that now - over more than a year starting in January 2012 - the oil production in South Sudan had been stopped because of accusations of unfair treatment by the partner. The oil is produced near the international border in the South Sudan but the infrastructure of Sudan is needed for transport and processing towards export via Port Sudan. Both states now suffer from huge losses of public revenues and foreign exchange despite of the nine September 2012 agreements in Addis Ababa about all the open security, border and finance issues. A Strategic Economic Cooperation is needed between the two countries as the border regions of the two states are of extremely great economic importance for Sudan and South Sudan (Links: http://www.iwim.uni-bremen.de/EconomicPoliciesInSudan.htm and http://www.iwim.uni-bremen.de/forschung/forsch-sudan.htm).

 

 

Nach oben

Seite 1 von 41234>
Variante 1
Seite 1 von 4